Lautstarke Partnerwahl

Die jährliche Rothirschbrunft lockt unzählige Naturfreunde in die Wälder und vor allem auf die Felder. Von Anfang September bis Mitte Oktober finden die Konkurrenzkämpfe der Rothirsche (Cervus elaphus) ihren Höhepunkt. Über einen Zeitraum von fünf bis sechs Wochen kommt es zum Kräftemessen der Männchen und zur Verteidigung der paarungsbereiten Weibchen vor Nebenbuhlern.

Anfangs graben die Hirsche eine Erdkuhle, wo sie hinein urinieren. Nun suhlen sie sich darin und demonstrieren mit Imponierposen, wer hier der Platzhirsch ist. Die Anwärter versuchen sich in dieser aufregenden Jahreszeit stets zu übertrumpfen und treiben sich gegenseitig an. Nur der Hirsch, der standhaft bleibt und körperlich kräftig genug ist, kann zum Platzhirsch werden und sich anschließend mit den Weibchen verpaaren. Für ihn ist diese Zeit des Jahres sehr kräftezehrend, er verbraucht einen Großteil seiner Reserven und nimmt bis zu 20 Prozent seines Körpergewichts ab.

 

Die Weibchen hingegen achten auf die Duftnote, die Größe des Geweihs und auf die Lautstärke beim Röhren. Denn der Hirsch, der am lautesten ruft, hat den größten Brustkorb und gilt als besonders attraktiv.

Rothirschbrunft erleben

Wo Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit die Rothirschbrunft in freier Wildbahn erleben können, zeigt Ihnen die folgenden Karte: rothirsch.org/erleben

Nationalparks wie der Bayerische Wald und Berchtesgaden oder der Hochschwarzwald zählen zu den südlichsten Standorten. Aber auch bis in den Norden Deutschlands oder sogar bis nach Dänemark kann die Reise gehen. Nahe Hamburg im Duvenstedter Brook und im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft auf dem Darß werden viele lohnenswerte Exkursionstermine angeboten.

André Mißbach
Redakteur Natur erleben!

Termine für die Rothirschbrunft