Die letzten Tage des Kranichzug...

Im Herbst ist es wieder soweit. Mit abnehmenden Temperaturen und kürzer werdenden Tagen bereiten sich unsere einheimischen Zugvögel auf ihren Flug in ihr jährliches Winterquartier vor. Der Graue Kranich (Grus grus) bildet da keine Ausnahme. Mit seinem grazilen Flug und seiner lautstarken Untermalung ist der Kranichzug eine beeindruckende Herbstimpression. Viele Naturschutzorganisationen bieten in dieser Zeit (September bis Anfang November) themengebundene Führungen an.

Kraniche beobachten

Sammeln zur gemeinsamen Rast

Während des Kranichzuges sammeln sich die Tiere an Gewässern und auf Stoppelfeldern, um sich ein letztes Mal vor ihrem langen Flug zu stärken. Frisch gemähte Getreidefelder bieten dabei immer wieder neue Nahrungsflächen. Ansammlungen von 50 bis 100 Tieren werden im Spätsommer immer häufiger und vielerorts beobachtet. Beliebte Sammel- und Rastplätze hingegen erreichen sogar eine Größenordnung weit über 1.000 bis zu 40.000 Individuen.


Kranichzug im Oktober

Im Oktober rasten die Vögel noch etwas, bis sie gestärkt dann die Abschlussroute in ihr Winterquartier beginnen. Auf der Halbinsel Darß-Zingst können in dieser Zeit Rekordzahlen von 70.000 Tieren beobachtet werden. Dabei handelt es sich vor allem um Kraniche aus Skandinavien, denen sich Tiere aus Osteuropa anschließen. Bis in den November hinein kann sich die Rastphase hinziehen, insofern das Wetter und damit die Futterverfügbarkeit weiterhin gegeben sind. Eine Privataufnahme von Anfang September zeigt den Einflug der Kraniche auf ein Feld im Tarbeker Moor:

Zwei Flugrouten in den Süden

Je nach Lage ihrer Brutgebiete ziehen Kraniche in unterschiedlichen Haupt-Flugrouten. Ende August stoßen zu unseren einheimischen Populationen die aus Skandinavien kommenden Kraniche dazu. Diese Gruppen der Westeuropäischen Kraniche ziehen zwischen Mitte August und Mitte Oktober weiter westwärts nach Frankreich, um von dort quer durchs Land weiter nach Süden zu fliegen. Die baltisch-ungarischen Kraniche hingegen ziehen südwärts über die Ungarische Tiefebene. Von dort teilen sich die Gruppen wiederum auf und ein Teil fliegt weiter ostwärts über Ägypten bis zu ihrem Winterquartier am Roten Meer und der andere Teil westwärts nach Tunesien.

André Mißbach
Redakteur Natur erleben!

Rastplätze Europas

Auf dieser Übersichtskarte Europas sind alle bekannten Rastplätze in Europa zusammengefasst. Mit dem Klick auf einzelne Standorte können weitere Informationen abgerufen werden und die genauen Sichtungsangaben seit 2005 nachgelesen werden. Wer selbst aktiv werden möchte, kann auf dieser Webseite Sichtungen melden oder finanzielle Unterstützung leisten.
https://www.kraniche.de/de/rastplaetze-in-europa.html


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Kranichzug erleben

25. November

Eine Kranichexkursion in die Diepholzer Moorniederung entführt die Besucher in eines der wichtigsten Tritts- teinbiotope auf dem Zugweg der Kraniche. Mehr als 20 Brutreviere umfasst dieses Gebiet und gilt als eines der westlichsten Brutareale Europas. Von 13 bis 18 Uhr werden Kranichfreunde in die Moorwelten, dem Europäischen Fachzentrum Moor und Klima Wagenfeld in 49419 Wagenfeld-Ströhen in Niedersachsen eingeladen. Weitere Infor- mationen und Anmeldung gibt es unter Tel. 05774-9978220 oder info@moorwelten.de.




7. Dezember

Vortrag in Schwerin

Die Referentin Anja Reuhl präsentiert in ihrem Vortrag mit dem Titel „Die Reise des Kranichs“ aus dem deutsch-israelischen Umweltbildungsprojekt Informationen und Bildmaterial zum Zugverhalten der Kraniche. Von 18 bis 19.30 Uhr wird dazu in die Naturschutzstation Schwerin, Am Strand 9, 19063 Schwerin eingeladen. Weitere Informationen und Anmeldung unter 0385-47733744 oder naturschutzstation@nabu-mv.de.